Das Spiel geschieht im Übergang

Neulich mache ich – nach einigen Jahren Pause – das erste Mal wieder die Erfahrung körperlichen theatralen Spiels in einem Laborkontext. Maskenspiel im Mumok, ein Workshop initiiert von P. Spindler / Labor für kreatives Theater und F. Launisch. Eine Gruppe spielfreudiger Menschen kommt zusammen.

Ich bin fasziniert von den Masken und deren Möglichkeiten – professionell angefertigte aus Italien und Bali, sowie selbst kreierte abstrakte Papiermasken. Staune wie sie Bewegung, Haltung und Gestik beeinflussen, Stimmen verändern, Geschichten und Gestalten erwecken. Zugleich entblößen sie die SpielerInnen, sie machen paradoxerweise nackt. Schauspiel-Virtuosität greift hier nicht, verzerrt-verzauberte Verhältnisse.

Als wir der Reihe nach  und alle gemeinsam ausprobieren was mit Licht und Schatten und Masken und Körpern passiert, wenn sich Licht Schatten Masken Körper bewegen, bemerke ich wie eingerostet mein Körper ist. Die Situation ist so neu für mich, dass ich zunächst nur beobachte, zwischen Lichtprojektor und Wand kurz etwas ausprobiere, wieder im Dunkeln verschwinde.

Wann hast du das letzte Mal gespielt?

Wo ist mein inneres Kind? Ich bin im Erwachsenen-Modus mit meiner ganzen Körperlichkeit. Das Theater-Körper-Repertoire, das ich vor ein paar Jahren noch beherrschte, scheint zu schlafen oder ist nicht mehr vorhanden.

Nach und nach spielen und experimentieren die anderen Workshop-TeilnehmerInnen mit Posen und Bewegungen. Peter gibt Impulse. Da erwacht das Kind in mir: ich sitze am Boden mit offenen Augen, offenem Mund und staune… das ist Zauber pur! Was oder wer bewegt sich, taucht auf, steht, hockt, zittert, durchschreitet den Raum? Umriss, Tier, Wesen, Spur im Raum aus Licht und Schatten. Extrem verlangsamt – ganz beschleunigt – im Freeze. Ich erahne eine Fülle an Potenzialen, die noch nicht geschöpft sind, bekomme Lust auf mehr.

In diesem theatralen Zauberraum, im Zwischen, wird Spielen zum schöpferischen Handeln auf der Suche nach dem Selbst… sobald wir spielen, nähern wir uns unaufhaltsam unserem Wesen, unserem ursprünglichen inneren Kind an.

In dieser Hinsicht sind sich mein inneres Kind und meine innere Erwachsene einig: wir wollen ganz eintauchen und leben und arbeiten im Theater-Zauberraum!

 

 

 

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